FAQ
Der Wahl-O-Mat bietet Ihnen anhand von 38 Thesen einen Einblick in wichtige Fragen zur Wahl des Europaparlaments 2009. Vergleichen Sie Ihre eigenen Ansichten mit den Positionen der einzelnen Parteien und Wählervereinigungen und finden Sie heraus: Welche Partei vertritt Ihre Meinung am besten? Am Ende erhalten Sie Ihr persönliches Wahl-O-Mat Ergebnis: Die Angabe der Partei, mit der die größte Übereinstimmung besteht.
Die Thesen wurden von einem Redaktionsteam aus 24 Jung- bzw. Erstwählern auf der Basis der Grundsatz-, Partei- und Wahlprogramme der Parteien und Wählervereinigungen entwickelt. Sie wurden dabei unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb sowie den Wissenschaftlern Prof. Dr. Stefan Marschall, Dr. Christoph Strünck, Wolf Dittmayer und Christian K. Schmidt. Alle Antworten wurden von den beteiligten Parteien autorisiert.
Erstmals hat die bpb alle zur Wahl des Europaparlaments 2009 zugelassenen Parteien eingeladen, am Wahl-O-Mat teilzunehmen. Von den 32 zu Wahl stehenden Parteien haben 29 die Fragen pünktlich zum Redaktionsschluss beantwortet und konnten so in den Wahl-O-Mat aufgenommen werden.
Die am häufigsten gestellten Fragen zum Wahl-O-Mat werden hier beantwortet. Sollten Sie weitere Fragen haben, schicken Sie uns einfach eine E-Mail:
info@wahl-o-mat.de.
Fragen zum Wahl-O-Mat
Nach welchen Kriterien werden die Parteien für den Wahl-O-Mat ausgesucht?
Die bpb hat alle Parteien und politischen Vereinigungen, die vom Bundeswahlleiter bzw. den Landeswahlleitern zur Europawahl zugelassen wurden, zur Teilnahme am Wahl-O-Mat eingeladen. Eine Übersicht aller zugelassenen Parteien finden Sie auf
www.werstehtzurwahl.de. Von den 32 zugelassenen Parteien haben 29 die Fragen bis Redaktionsschluss am 20. April 2009 beantwortet. Diese Parteien und politischen Vereinigungen konnten somit in den Wahl-O-Mat aufgenommen werden. Grundsätzlich gilt als neues Kriterium, dass alle Parteien und politischen Vereinigungen am Wahl-O-Mat teilnehmen dürfen, die in mindestens einem Bundesland mit Landesliste zur Wahl zugelassen werden. Es werden also keine Einzelkandidaten und sonstige politischen Vereinigungen aufgenommen, die nur in einem oder wenigen Wahlkreisen antreten. Somit können aber auch Parteien im Wahl-O-Mat auftauchen, die vom Verfassungsschutz des Bundes oder der Länder beobachten werden und als "extremistisch" eingestuft werden. Welche Parteien als extremistisch eingestuft werden, können Sie auf den Seiten des Verfassungsschutzes nachlesen:
www.verfassungsschutz.de. Zusätzlich kommt die bpb dem Informationsbedürfnis über alle zur Wahl zugelassenen Parteien und Wählervereinigungen auch weiterhin durch das Online-Angebot
"Wer steht zur Wahl?" nach.
Wie ist der Wahl-O-Mat entwickelt worden? Sind die Parteien und Wählervereinigungen daran beteiligt gewesen?
Der Wahl-O-Mat ist für die Bundesrepublik Deutschland erstmals zur Bundestagswahl 2002 eingesetzt worden. Er wurde von einer unabhängigen Redaktion, die aus jungen Erwachsenen besteht, in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und mit Unterstützung ihrer Partner und des niederländischen Instituut voor Publiek en Politiek (Institut für Öffentlichkeit und Politik - IPP) entwickelt. Dabei ging der Wahl-O-Mat aus dem StemWijzer hervor. Das ist ein vom IPP entwickelter Test, mit dem Sie feststellen können, wie Sie persönlich zu den Zielen und Positionen von Parteien stehen. Dieser Test gehört in den Niederlanden seit langem fest zum Vorwahlgeschehen. Bei der Bundestagswahl 2002 wurde der Wahl-O-Mat über 3,6 Millionen mal gespielt. Seitdem wurde er von der bpb bei über zehn Landtagswahlen, der Europawahl 2004 und zuletzt der Bundestagswahl 2005 mit 5,1 Millionen Nutzungen eingesetzt.
Die Redaktion des Wahl-O-Mat für Europawahl 2009 bestand aus insgesamt 24 jungen Menschen aus ganz Deutschland, unterstützt von Experten und der bpb. In zwei Workshops hat die Redaktion die Thesen des Wahl-O-Mat entwickelt und formuliert. Den Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen wurde eine Liste mit insgesamt 86 Thesen zugeschickt. Sie wurden gebeten, die Thesen entsprechend der Parteihaltung mit "stimme zu", "stimme nicht zu" oder "neutral" zu beantworten. Aus den ausgefüllten Listen wurden diejenigen Thesen rechnerisch ermittelt, die keine ausreichende Unterscheidung der Parteien und Wählervereinigungen möglich machten, und entfernt. Die Redaktion hat aus den verbleibenden eine endgültige Auswahl von 38 Thesen getroffen, die in den Wahl-O-Mat eingebunden wurden. Die Parteien und Wählervereinigungen waren an der Endauswahl der Thesen nicht beteiligt. Mehr zum Entstehungsprozess eines Wahl-O-Mat finden Sie in unserem
"Making of"
Wie wurde der Redaktionsprozess den neuen Anforderungen (mehr als 20 Parteien) angepasst?
Vom Grundprinzip ist das "Making-Of" des Wahl-O-Mat das gleiche wie bislang auch. Allerdings haben wir die Arbeitsprozesse weiter ausgebaut und verfeinert. Mehr Parteien bedeuten natürlich auch mehr Arbeit. Daher haben wir die Jugendredaktion auf insgesamt 24 Teilnehmer vergrößert. Außerdem haben wir darauf geachtet, dass einige der Teilnehmer bereits erfahrene WOMster waren - also bereits an früheren Wahl-O-Maten mitgewirkt haben. Die Redaktionsprozesse wurden optimiert und die Dauer der Workshops verlängert. Zudem wurde das wissenschaftliche Begleitteam verstärkt. In einer Kontrollphase wurden zusätzliche Experten einbezogen, um die Qualität der Thesen weiter zu verbessern. Auch die Auswahl der Thesen, die statistischen Tests, wurden weiter verfeinert.
Wie wurde der Wahl-O-Mat den neuen Anforderungen (mehr als 20 Parteien) angepasst?
Um eine gute Vergleichbarkeit und Unterscheidung der Parteien zu garantieren, wurde die Anzahl der Thesen im Wahl-O-Mat erhöht. Im aktuellen Wahl-O-Mat zur Europawahl 2009 sind 38 Thesen enthalten. Zuvor wurden während des Redaktionsprozesses mehr als 160 Thesen entwickelt, von denen die besten 86 Thesen den Parteien zur Beantwortung vorlegt wurden. Aufgrund der Antworten wurden dann diejenigen 38 Thesen herausgefiltert, die am besten zur Unterscheidung der Parteien geeignet sind. Zudem laden wir die Nutzer stärker als bislang ein, die Thesen des Wahl-O-Mat zu gewichten, um das rechnerische Ergebnis noch weiter zu verbessern.
Wieso kommen manche wichtige Themen im Wahl-O-Mat nicht zur Sprache?
Das ist eine schwierige Frage. Wer entscheidet, welche Themen wichtig sind und welche nicht? Die Regierung, die Parteien, die Medien und die Bürger haben dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Bei der Auswahl der Thesen für unseren Wahl-O-Mat bezogen wir uns vor allem auf jene Themen, zu denen die Parteien und Wählervereinigungen unterschiedliche Meinungen haben und auf jene, die besonders auch für junge Leute von Interesse sind. Leider sind während des Entstehungsprozesses auch "gute" Fragen aus dem Wahl-O-Mat gefallen. Dies kam vor, weil Fragen von einzelnen Parteien gar nicht oder nicht eindeutig mit stimme zu / stimme nicht zu / neutral beantwortet wurden oder weil die Parteipositionen in dieser Frage keine Unterscheidung zwischen den Parteien und Wählervereinigungen ermöglichten. Wir haben Interesse an Ihrer Meinung. Schicken Sie uns Ihre Überlegungen zu, am besten unter:
info@wahl-o-mat.de
Was kann ich antworten, wenn ich einer Aussage nur unter bestimmten Bedingungen zustimme?
In solchen Fällen antworten Sie mit "neutral".
Was mache ich, wenn ich zu einem Thema nichts angeben möchte?
Dann enthalten Sie sich Ihrer Stimme und klicken auf "These überspringen". Diese Aussage wird dann beim Ergebnis nicht berücksichtigt. Letzteres sollten Sie aber nicht zu oft machen, denn wenn zu oft "überspringen" geklickt wird, kann natürlich auch kein zuverlässiges Ergebnis gegeben werden. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, jederzeit wieder zu einer Frage zurückzukehren, um sie doch noch zu beantworten.
Wie ist es möglich, dass ich als Ergebnis das Logo der Partei erhalte, die ich überhaupt nicht erwartet habe?
Ja, das wissen wir natürlich auch nicht. Bitte erwarten Sie von uns kein Urteil darüber, was eine "gute" oder eine "schlechte" Partei oder Wählervereinigung ist. Es ist jedoch bekannt, dass der Wahl-O-Mat manchmal überraschende Ergebnisse aufweist. Das von Ihnen ermittelte Wahl-O-Mat Ergebnis ist eben ein Durchschnittsergebnis aus vielen Themengebieten. Es kann also sein, dass Sie bei einem Themengebiet die Meinung der Partei oder Wählervereinigung, der Sie bisher am nahesten standen, treffen, aber im Wahl-O-Mat Gesamtergebnis noch besser mit einer anderen Partei oder Wählervereinigung übereinstimmen. Berücksichtigt werden muss außerdem, dass sich das Ergebnis des Wahl-O-Mat eben nur auf die bereit gestellte Thesenauswahl bezieht. Sicher gibt es auch sonstige gute Gründe, sich der einen oder anderen Partei oder Wählervereinigung nahe zu fühlen. Wir finden, dass dies eine gute Gelegenheit ist, sich mit den eigenen politischen Positionen und denen der Parteien und Wählervereinigungen auseinander zu setzen.
Ich möchte mehr erfahren als nur das Endergebnis.
Wie kann ich die Einstellungen der verschiedenen Parteien zu einzelnen Thesen erfahren und vergleichen?
Auf dem Ergebnisbildschirm sehen Sie direkt, wie jede der von Ihnen ausgewählten Parteien oder Wählervereinigungen zu jeder These gestimmt hat (stimme zu, stimme nicht zu, neutral). Ein Klick auf das Icon
zeigt gleichzeitig eine kurze Begründung der Partei bzw. Wählervereinigung für ihre Position an, sofern eine Begründung abgeben wurde.
Wenn Sie auf dem Ergebnisbildschirm das Logo einer Partei bzw. Wählervereinigung anklicken, können Sie auf der dann folgenden Seite Ihre eigenen Stellungnahmen zu jeder These mit denen der Partei bzw. Wählervereinigung im Detail vergleichen. Auch dort finden Sie unter dem Icon "P" kurze Begründungen der Partei bzw. Wählervereinigung für deren Positionierung.
Warum kann ich maximal acht Parteien gleichzeitig in die Auswahl nehmen?
Die Beschränkung auf acht Parteien dient vor allem der Übersicht und Vergleichbarkeit. Eine Auswertung von mehr als 30 Parteien gleichzeitig kann im Wahl-O-Mat nicht mehr vernünftig und für den Nutzer nachvollziehbar dargestellt werden. Allerdings kann man nach der ersten Auswertung auf "zurück zur Parteienauswahl" klicken. Jetzt kann man sich für eine andere Auswahl von maximal acht Parteien entscheiden und sich ein neues Ergebnis errechen lassen. Dafür müssen nicht alle Fragen neu beantwortet werden. Zudem kann sich jeder ein PDF herunterladen, in dem alle Antworten der Parteien und sonstigen politischen Vereinigungen auf die Wahl-O-Mat-Thesen zusammengefasst sind.
Wenn Sie mehr über die Entstehung des Wahl-O-Mat oder über die Möglichkeiten, ihn in pädagogischen Zusammenhängen einzusetzen, wissen möchten, finden Sie weitere Informationen auf der Startseite
www.wahl-o-mat.de/unterricht.